---Schwarz---



Eigentlich keine Farbe, sondern die Abwesenheit all dieser, ist das Schwarz. Von einer schwarzen Oberfläche wird alles Licht aufgenommen, nichts wird auf das Auge des Betrachters reflektiert (zurückgeworfen) - darum erscheint die Fläche „schwarz wie die Nacht” (vgl. „Schwarzes Loch”, siehe unten).

Schwarz wird mit dem Okkulten (lat. occultus, „verborgen”), der Unterwelt und dem Reich des Todes verbunden. Schwarz symbolisiert die Abwesenheit allen Lichts und ist damit Gegenbild zum hellen Himmel und zum Weiß, Farbe von Trauer und Vergessen und wie dunkles Blau Farbe der Melancholie.

Nach dem Mystiker Jakob Böhme (1575 bis 1624) ist Schwarz keine Farbe, sondern „Mysterium und unverstanden”.

Schwarz kann auch als symbolische Farbe der Finsternis des Nicht-Wissens aufgefasst werden („geistig umnachtet”).

Viele weibliche Gottheiten, die als Mutter Erde Leben gebären und wieder in ihren Schoß zurücknehmen, werden in ihren jeweiligen Aspekt als Todesgöttin schwarz dargestellt, etwa die Schwarze Diana, die Schwarze Demeter oder die schwarz-weiße Hel. Totengeleiterinnen wie Erinnyien und Furien werden hälftig schwarz und weiß dargestellt. Das Christentum kennt die Schwarze Madonna, im Mittelalter geschnitzte Figuren der trauernden Maria, vgl. die Phasen des Mondes, Neumond, zunehmender, voller und abnehmender Mond.

Schwarz ist eine der liturgischen Farben der katholischen Messe. Diese Farben sind einzelnen Festen und Sonntagen zugeordnet und man findet sie auf Tüchern vor Altar und Kanzel oder am Gewand des Priesters.
Schwarz gilt dabei als Farbe des Leides, des Schmerzens, des Todes und der Trauer. Üblich ist die liturgische Farbe Schwarz bei Begräbnissen und Trauergottesdiensten.
Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) sind Stola und Meßgewand des Priesters bei Beerdigungen und Trauergottesdiensten nicht mehr schwarz, sondern violett.

In der jüdischen Tradition der Kabbala steht Schwarz für Gnade und Verständnis.

Tiere schwarzer Farbe werden als Mittler zwischen den Welten angesehen, beispielsweise Rabenvögel wie Amseln, Dohlen, Krähen und Raben oder Haustiere wie schwarze Katzen und schwarze Hunde.
Eine Sonderrolle nimmt das einzige schwarze Schaf in einer einheitlich weißen Herde ein, es symbolisiert den Außenseiter.
Schwarzes Rindvieh verwendete man, um mit ihnen eine Furche um das Dorf oder Gehöft zu pflügen. So sollte sich verderblicher Zauber abwenden lassen. Dieses Ritual wurde vornehmlich von Frauen durchgeführt, vgl. die nordische Gefjon, die den Asen die Landnahme ermöglichte.

Als Schwärzung (lat. nigredo) bezeichnet man in der Alchemie eine Stufe beim Prozeß der Gewinnung eines Steins der Weisen. Dabei wird die Ausgangsmaterie (materia prima) im „Bauch der Erde” vergraben, wo sie sich schwarz verfärbt und verfault, ehe sie, gewissermaßen auferstehend, im weiteren Fortgang der Verwandlung zum Stein der Weisen erhoben werden kann (BIEDERMANN, 407). Die ganze Alchemie belegte man von daher mit der Bezeichnung „Schwarze Kunst”.

Schwarz ist mit allerlei Aberglauben verbunden, kein Wunder, ist doch auch die Tracht der Totengräber in diesem Farbton gehalten.

Bei Trauerzügen sollte schwarze Kleidung getragen werden, da diese weniger die Sehnsüchte der Totengeister wecke, die in finsterer und farbloser Unterwelt existieren und sich nach der bunten Menschenwelt sehnen. Allzu bunte Kleidung könnte ihren Neid erregen und sie zum Wiedergang treiben, während gedeckte Trauerfarben wohl eine Art Solidarisierung darstellen oder aber beim Verstorbenem den Eindruck erwecken, andernorts sei es ebenso trist wie im neuen Heim, weshalb ein Umzug nicht lohne.

Insgesamt durch derlei Angriffe weniger gefährdet sollen Menschen mit schwarzem Haar sein, da deren dunkler Schopf den Bösen Blick abwehre.

Im Silberberg bei Wollin soll ein Schatz vergraben sein. Den könne nur heben, wer zu Mitternacht ein schwarzes Huhn, einen schwarzen Bock und eine schwarze Katze opfert und dabei Schweigen wahrt. (KUHN u. SCHWARTZ, A.11)

Es soll niemals Feuer ausbrechen, wenn in einem Haus Hahn, Katze und Hund von schwarzer Farbe sind (GRIMM, Dt. Mythol. III., A. 1056, S. 474).

Wie schwarzen Tieren haftet auch Pflanzen mit auffallend schwarzen Früchten oder Blüten, etwa der Einbeere oder der schwarzen Rose, der Ruch des Unheimlichen an.

In astrologischer Hinsicht steht die Farbe Schwarz für die Tierkreiszeichen Skorpion und Steinbock. G. BRAUNGER ordnet Schwarz dem Planeten Saturn, fallweise auch dem Mars zu (in: CHOCRON, 133).

Die Himmelskundigen wissen von Schwarzen Löchern im All.
Diese sind Orte im Weltraum, auf die sich benachbarte Gestirne und sogar das Licht hinzubewegen. Es wird angenommen, daß im Zentrum eines solchen schwarzen Loches eine unglaubliche Zusammenballung von Materie gegeben ist, die eine enorme Schwerkraft ausübt, weshalb es wie ein gewaltiger Staubsauger oder Magnet sogar das Licht anzuziehen vermag.
Irgendwann dürften die schwarzen Löcher - Astronomen fanden etliche dieser gähnenden Abgründe - alle Materie angezogen haben. Dabei werden sie ihre Anziehungskraft immer weiter verstärken, da die Schwerkraft von der Masse abhängig ist und um so stärker wirkt, je größer die Masse ist.
Endlich werden diese galaktischen Höllen einander gegenseitig anziehen und zu einem einzigen Punkt verklumpt sein.
In diesem Einen wird alles zusammengeworfen sein (gr. symbolon, „das Zusammengeworfene”), anstatt in säuberlicher Ordnung (gr. chaos, „Unordnung”) ausgebreitet, es wäre eine Situation wie unmittelbar vor dem hypothetischen Urknall gegeben.
Gemäß dieser Theorie von der Weltentstehung zerplatzte die in einem einzigem Punkt zusammengeballte Materie dereinst in einem gewaltigen Krachen, dessen Nachhall (gr. echo) die Kosmologen nachlauschen, und quillt seitdem mit ungeheurer Geschwindigkeit auseinander. Wohl ähnlich wie im rasch dahinsprudelndem Bachlauf bilden sich hier und da Wirbel, in denen die Materie gemächlicher dahingleitet. Das Eine findet mit dem Zweiten zusammen zur Hochzeit, verbackt zu größeren Einheiten und gewinnt dadurch ein Maß an Schwerkraft (Gravitationskraft, lat. graves, „schwer”), das es dem Urpaar ermöglicht, weitere Partikel zu binden und zu Sonnen und Planeten anzuwachsen, ehe so ein Sonnensystem mit anderen zusammenprallt, das Gebilde an Schwerkraft gewinnt, zum Schwarzen Loch wird usw., durch Wiedergeburt per weiterem Urknall ein neuer Kreislauf anhebt usf.

Wie auch immer, die Finsternis des Schwarzen verleitet zu allerlei metaphysischer Spekulation, wobei am Ende doch kein Anfang aufzudröseln ist.
So gesehen erscheint auch der Name dieser Seiten passend: Hier ist auch kein Abschluß der Sammlung absehbar, ein Kern des Ganzen nicht erkennbar.


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